Zivilcourage – Auch im Netz!

Goldene Regeln für das Internet

Zivilcourage als Grundlage für das Leben der Menschen in einer freiheitlichen Gesellschaft ohne Angst vor Gewalt – dies ist seit langem der Leitgedanke der Initiative „Tu Was! Zeig Zivilcourage!“. Doch nicht nur „vor Ort“ muss Zivilcourage gefördert werden, sondern insbesondere auch in der sogenannten „Online-Welt“. Aufgrund deren scheinbaren Anonymität verlieren einige Menschen ihre Hemmungen und handeln weniger bedacht. Durch die Initiative „Tu Was! Zeig Zivilcourage! Auch im Netz!“, initiiert durch die Bremische Landesmedienanstalt, das ServiceBureau Jugendinformation und den Verein „Tu was! Zeig Zivilcourage!“ soll auch hier Aufklärung erreicht werden. Innerhalb des letzten Jahres sind daher sechs „Goldene Regeln“ für Zivilcourage im Internet entstanden, die aufzeigen sollen, dass Zivilcourage auch mit digitalen Medien online nötig ist, um das soziale Klima innerhalb der Gesellschaft zu verbessern.

Die Regeln geben Anlass zur Diskussion und sollen dazu anregen, eine eigene Haltung zum Thema zu entwickeln.

Die Entwicklung der „Goldenen Regeln für das Internet“ begann am Safer Internet Day 2015, als Schülerinnen und Schüler der Berufsschule an der Alwin-Lonke-Straße in Bremen zum Thema „Let‘s create a better internet“ Regeln, Slogans und Kampagnen entwarfen. Die Ergebnisse wurden in der Folge durch die Bremische Landesmedienanstalt, das ServiceBureau Jugendinformation, den Verein „Tu was! Zeig Zivilcourage!“ und die Werbeagentur Brasilhaus in Bremen entsprechend der Vorgaben weiterentwickelt. Entstanden sind sechs „Goldene Regeln“. Diese sollen Aufklärungsarbeit in Bezug auf Zivilcourage im Netz unterstützen und als Aushängeschild der Kampagne „Tu Was! Zeig Zivilcourage! Auch im Netz!“ dienen.

Weiterführende Informationen und Tipps:

www.klicksafe.de

www.juuuport.de

www.jugendinfo.de

www.mekocloud.de

www.mimikama.at

 

Schau nicht weg

Wenn du mitbekommst, dass jemand ungerecht behandelt, beleidigt oder fertig gemacht wird, ignoriere es nicht. Versuch, dir einen Überblick über die Situation zu verschaffen. Wenn du eine Möglichkeit siehst, konkret zu helfen, dann hilf.

Zeige Respekt

Jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung und darf diese frei äußern. Hör anderen zu und akzeptiere auch Ansichten, die sich von deinen unterscheiden. Dir muss nicht jede Meinung gefallen, aber behandle dennoch jeden Menschen respektvoll. Bedenke, dass hinter jedem Profil im Internet ein fühlender Mensch steht, der höflich behandelt werden sollte. Wenn du im Netz angegriffen wirst, erwidere es nicht. Du kennst gewiss bessere und respektvollere Lösungen.

Bleib fair

Auch wenn eine Diskussion hitzig und emotional geführt wird, bleib fair. Provoziere nicht durch unsachliche Bemerkungen oder persönliche Angriffe. Vertritt deine Meinung sachlich und baue sie auf überprüfbaren Fakten auf.

Beziehe Position

Wenn du auf eine kontroverse Diskussion stößt, übernimm nicht unreflektiert eine Position, sondern informiere dich umfassend und bilde dir eine Meinung aufgrund von Fakten aus verschiedenen Quellen. Sprich: Glaub nicht alles kritiklos. Falls die Diskussion unsachlich wird, frage nach Fakten, Belegen oder Quellen.

Stehe Betroffenen zur Seite

Wirst du Zeuge, wie jemand ungerecht behandelt wird, geh nach Möglichkeit auf die Betroffenen zu. Schon eine kleine Nachricht mit aufmunternden Worten kann einer Person nach einem verletzenden Angriff neuen Mut geben. Vielleicht kannst du auch unterstützen, indem du dem betroffenen Menschen hilfreiche Beratungsstellen, Einrichtungen oder Ansprechpartner nennst.

Kein Hass

Du bemerkst, dass im Internet Menschen in ihrer Haltung und Würde angegriffen werden? Auch, wenn es schwer fällt: Reagiere besonnen. Blinder Wut und Hass helfen niemals weiter. Bleibe also ruhig und mach dir Gedanken, wie du die Situation entschärfen kannst. Wenn du selber im Netz pöbelst, so sagt dies mehr über dich und deinen Umgang mit Konflikten aus. Eine Lösung wird so keinesfalls erreicht.