Bremen, August 2011

Zivilcourage ist der Mut, überall unerschrocken seine eigene Meinung zu vertreten“ – so steht es im Duden. Tagtäglich werden wir mit Situationen konfrontiert, in denen Zivilcourage gefragt ist. Ob im Betrieb, in der Schule, in der Schlange im Supermarkt, bei der Erziehung unserer Kinder, in der Bahn, im Bus, auf der Straße, in der Nachbarschaft. Zumeist sind es jedoch die spektakulären Fälle, die darauf aufmerksam machen, wie notwendig eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit Zivilcourage ist. Der Fall Dominik Brunner in München hat 2009 die Öffentlichkeit zwar erschüttert und ein großes Medienecho hervorgerufen, ein nachhaltiger breiter Diskurs findet jedoch kaum statt.

„Tu was! Zeig´ Zivilcourage!“ so lautet der Name der Initiative die sich aus diesem Grund nun in Bremen gegründet hat. Ziel ist eine Kooperation unterschiedlicher Gesellschaftsgruppen, um die Vielzahl der Perspektiven zum Thema „Zivilcourage“ gezielter zu verbreiten und alltagsbezogene Aufklärung zu leisten. Zu den Gründungsmitgliedern der Initiative gehören die Polizei Bremen, die BSAG, der Verein "Bremen kommt", der City Airport Bremen und die Bremische evangelische Kirche. Weitere Unterstützer sind der „Weiße Ring“, das Lidice-Haus, die Initiativen „ProMeile“ und „Nachtwanderer“.

Schirmfrau der Initiative ist die Senatorin für Soziales, Kinder, Jugend und Frauen Anja Stahmann.

„Wir betrachten es als dringend notwendig, Zivilcourage im Alltag der Menschen zu verankern, um das soziale Klima in der Gesellschaft zu verstärken, um physische und psychische Gewalt in bisherigem Umfang nicht mehr zuzulassen“, erklärt Norbert Kuntze, Sprecher der Initiative. Um dies zu erreichen, braucht es die Förderung sozialer Kompetenzen: Vermittlung von Verhaltensmustern in Notsituationen, Prävention, Opferhilfe, verantwortliches Handeln, allgemeine Aufmerksamkeit gegenüber den Mitmenschen und ehrenamtliches Engagement. Viele Bürger engagieren sich bereits, aber oftmals mangelt es an den Kenntnissen, wie Zivilcourage richtig ausgeübt werden kann, ohne sich beispielsweise selbst zu gefährden.